Zitiert: Pro & Kontra Mindestlohn

Die Debatte um einen Mindestlohn in Deutschland wird kontrovers geführt. Wir dokumentieren fortlaufend Positionen zum gesetzlichen Mindestlohn aus Politik und Wirtschaft...

Günter Verheugen, Vizepräsident der Europäischen Kommission (SPD), in der Mitgliederzeitung der Gewerkschaft ver.di "PUBLIK" (05/2006):

"18 EU-Länder haben den Mindestlohn. Die EU will Lohndumping verhindern. Und deshalb wird auch Deutschland sich bequemen müssen, die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen. Wie das in Deutschland ohne Mindestlohngarantien, in welcher Form auch immer, gehen soll, ist mir ein Rätsel."

Beatrice Weder di Mauro, Mitglied im Sachverständigenrat (Wirtschaftsweise), in der Welt am Sonntag vom 19. März 2006:

"Einen Niedriglohnsektor zu fördern und gleichzeitig Mindestlöhne einzurichten, die in Deutschland wohl relativ hoch ausfallen würden, widerspricht sich völlig. Alles in allem hätten wir dann wieder einen Rückschritt auf dem Arbeitsmarkt, keinen Fortschritt."

Gustav Horn, Direktor des Instituts für Markoökonomie und Konjunkturforschung der Hans-Böckler-Stiftung, in Die Zeit vom 9. März 2006:

"In zahlreichen Industrieländern hat der Mindestlohn eine wichtige ökonomische Funktion. Er stärkt die strukturell schwächere Verhandlungsposition von Arbeitslosen gegenüber potenziellen Arbeitgebern."

Michael Hüther, Direktor des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), in Die Zeit vom 9. März 2006:

"Wer Mindestlöhne fordert, kann zur redlichen Begründung nicht auf die Existenz dieses Instruments in anderen Ländern verweisen. Es gibt kein überzeugendes ökonomisches Instrument für die Einführung von Mindestlöhnen."

Margret Mönig-Raane, Vizechefin der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 8. März 2006:

"Die große Koalition kann jetzt unter Beweis stellen, dass sie es ernst meint, Mindestlohnbedingungen für den Niedriglohnbereich gesetzlich zu regeln. Für uns liegt die untere Grenze gegen Arbeit in Armut bei 7,50 Euro."

Michael Sommer, DGB-Chef, im Focus vom 6. März 2006:

"Mit Bundeskanzlerin Angela Merkel haben wir intensiv über Mindestlohn diskutiert (...) Ich habe den Eindruck, dass die Regierung ganz ernsthaft Ordnung in den Sektor niedrige Einkommen bringen will."

Angela Merkel, Bundeskanzlerin und CDU-Vorsitzende, in Die Welt vom 6. März 2006:

"Wir beraten alle Fragen des Niedriglohnbereichs im Herbst. Mindestlöhne selbst gibt es in 18 EU-Staaten."

Roland Koch, Hessischer Ministerpräsident (CDU), in Die Welt vom 6. März 2006:

"Mit der platten Formel '7.50 Euro Mindestlohn' wäre eine gigantische Arbeitsplatzvernichtung verbunden."

Franz Müntefering, Bundesarbeitsminister (SPD), in der Frankfurter Rundschau vom 1. März 2006:

"Wir werden mit Kombilohn, Entsendegesetz und Mindestlohn noch in diesem Jahr dafür sorgen, dass die Löhne nicht ins Freie fallen."

Dieter Hundt, BDA-Präsident, in Die Welt vom 28. Februar 2006

"Pauschale gesetzliche Mindestlöhne werden mindestens einen Teil der Arbeitsplätze ganz sicher vernichten, in Schwarzarbeit oder ins Auslandverdrängen."

Michael Glos, Bundeswirtschaftsminister (CSU), in Der Tagesspiegel vom 12. Februar 2006:

"Ein gesetzlicher Mindestlohn würde das Ziel, möglichst viele Personen mit geringer Chance am Arbeitsmarkt wieder in ein reguläres Arbeitsverhältnis zu führen, konterkarieren."

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